Risikomanagement bezeichnet die systematische Erfassung und Bewertung von Risiken für den Geschäftsbetrieb eines Unternehmens. Das primäre Ziel des Risikomanagements ist es, die Sicherung des Unternehmensbestands[1].
Das Risikomanagement ist ein Prozess, der in Teilprozesse untergliedert werden kann. Diese lassen sich nach DIN 31010 in folgende sechs Schritte Unterteilen:
- Kontext herstellen
- Risikoidentifikation
- Risikoanalyse
- Risikobehandlung
- Überwachen und Überprüfen
Nachfolgend werden diese einzelnen Prozessschritte weiter beschrieben.
1. Kontext herstellen
Im ersten Schritt des Risikomanagements muss zunächst der Kontext hergestellt werden. Wofür soll das Risikomanagement implementiert werden? Worauf wird der Fokus gesetzt? Handelt es sich um einen Managementprozess für die Unternehmensplanung oder für z.B. die Entwicklung eines einzelnen Produktes oder, um ein komplexes Großprojekt? Ist der Kontext geklärt, erfolgt die Risikobeurteilung in der, die Identifikation, Analyse, und Bewertung von Risiken erfolgt.
2. Risikoidentifikation
Die Risikoidentifikation verfolgt das Ziel, alle relevanten Risiken zu erkennen. Dies ist insofern wichtig da, nur identifizierte Risiken weitere Aktivitäten im weiteren Risikomanagement anstoßen.[2]
3. Risikoanalyse
Bei der Risikoanalyse erfolgt eine Bewertung der Risiken hinsichtlich deren Wahrscheinlichkeitseintritt und möglichen Folgen. Die Bewertung der Risiken kann dabei Qualitativ als auch quantitativ erfolgen.[3] Für die Erhebung von Daten können Häufigkeitsdaten, Expertenurteile und Szenarien. [4]Damit schließt die Risikobeurteilung ab.
4. Risikobehandlung
Den Kern des Risikomanagement im Kontext des Forschungsprojektes DigiPeC liegt auf der Risikobehandlung bzw. Risikosteuerung. Die Risikobehandlung lässt sich in fünf Arten zusammenfassen: Risikoakzeptanz, - Vermeidung, - Übertragung. – Teilung und -Minderung.
Risikoakzeptanz: Bei Risiken, welche ein akzeptables Niveau aufweisen, und die Auftraggebenden bzw. die Organisation bereit ist dieses einzugehen, wird akzeptiert[5]. [6]
Risikovermeidung: Die Tragweite oder die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Risikos soll auf den Wert 0 gebracht werden. Diese Behandlungsmöglichkeit bietet die größte Sicherheit aber auch den meisten Mehraufwand da, die Maßnahmen mit einem hohen Kosten- und Zeitaufwand verbunden sind.
Risikoübertragung: Die Übertragung von Risiken kann in zwei Schritten erfolgen. Zum einen in Form einer Versicherung. Zum anderen durch einen vertraglichen Transfer des Risikos. Je nach Wahl des Vertrags können die Risiken auf einen Auftragnehmer übergegeben werden.[7]
Risikoteilung: Bei einer Teilung des Risikos, können diese auf mind. Zwei Parteien durch Verträge und Relationship Development geteilt werden[8].
Risikominderung: Das Risiko wird über technische, operationelle oder personelle Maßnahmen auf ein akzeptables Maß reduziert. Das Risiko wird dabei nicht komplett vermieden.[9]
5. Überwachung und Überprüfung
Nachdem die zuvor beschriebenen Schritte abgeschlossen sind, muss anschließend eine Überwachung und Überprüfung stattfinden. Dies wird auch als Risikocontrolling verstanden. Dadurch, dass Risiken kein statisches Phänomen sind, benötigen diese ein kontinuierliches Monitoring. Dabei wird im weiteren Projektverlauf eine ständige Entwicklung von Risikoquellen durchgeführt. Diese werden evaluiert und bei Bedarf auf die Strategieänderungen angepasst. [10][11]
Abbildung 1 Risikomanagementprozess[12]
[1] Vgl. Diederichs, Marc, Risikomanagement und Risikocontrolling, S. 21
[2] Vgl. Fan/Stevenson (2017), S. 11
[3] Vgl. Zsidisin et al. (2004)
[4] Vgl. Cohne/Kunreuther (2007), S. 526
[5]Vgl. Park et al. (2016)
[6] Vgl. Aqlan/Lam (2015)
[7] Vgl. Girmscheid,S. 357
[8] Vgl. Camuffo et al. (2007)
[9] Vgl. Girmscheid, S. 357
[10] Vgl. Fan/Stevenson (2017), S.14
[11] Vgl. Zsidisin (2003)
[12] Vgl. DIN 31010
| Modul | verwandte Themen (Links) |
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| Modul Projektprofil | https://publicwiki.unibw.de/x/rgLDBQ |
| Modul Beschaffungsgegenstand | https://publicwiki.unibw.de/x/yALDBQ |
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| Modul Machbarkeitsstudie | https://publicwiki.unibw.de/x/jADyBQ |
| Seitentitel | Was ist Risikomanagement? |
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